„Achtundfünfzig… neunundfünfzig… sechzig.“
Genau sechzig.
Meine Knie wurden schwach.
„Das ist nicht möglich.“
Niemand wusste es.
Niemand.
Dann bemerkte ich etwas hinter dem größten Blumenstrauß.
Eine kleine Holzkiste.
Alt.
Verwittert.
Mit einem verblassten gelben Band zusammengebunden.
Die Blumen haben mich schockiert.
Die Kiste hat mir Angst gemacht.
Ich trug es hinein und stellte es auf den Küchentisch.
Ich starrte mehrere Minuten lang einfach nur.
Dann flüsterte ich:
„Öffne es.“
Meine Finger zitterten, als ich das Band löste.
Im Inneren befand sich ein gefaltetes Stück Papier, das auf altem Stoff lag.
Ich habe es auseinandergefaltet.
Dann sah ich die Handschrift.
Ich wusste es sofort.
Dannys.
Ein Laut entfuhr meiner Kehle, irgendwo zwischen Keuchen und Schluchzen.
Die erste Zeile lautete:
**Wenn du das hier liest: Ich habe mein Versprechen doch gehalten.**
Ich schüttelte den Kopf.
"NEIN."
Tränen ließen die Worte verschwimmen.
„Du bist tot. Das kann nicht wahr sein.“
Einen schrecklichen Moment lang fragte ich mich, ob mir jemand einen grausamen Scherz spielte.
Aber wie?
Niemand wusste von dem Versprechen.
Niemand außer Danny und mir.
Dann klopfte es dreimal an der Haustür.
Klopfen.
Klopfen.
Klopfen.
Der Zettel glitt mir aus den Fingern.
„Wer ist da?“
Keine Antwort.
Ich überquerte langsam den Flur und öffnete die Tür.
Ein Mann stand auf meiner Veranda.
Älter.
Mit grauen Haaren.
Aber sofort vertraut.
Die gleichen Augen.
Derselbe Kiefer.
Für einen unmöglichen Augenblick sagte mir mein Herz, Danny stünde dort, sechzig Jahre alt.
Dann holte die Realität ihn ein.
„Du bist Dannys Bruder.“
Er nickte sanft.
„Ja, das bin ich. Tut mir leid, falls ich dich erschreckt habe.“
Ich blickte zu den Blumen.
„Du hast das getan?“
"Ja."
„Woher wusstest du das?“
Er warf einen Blick auf die Blumensträuße.
„Darf ich hereinkommen? Das könnte eine Weile dauern.“
Ich habe ihn hereingelassen.
Wir saßen am Küchentisch.
Der Zettel lag zwischen uns.
„Meine Mutter ist im Frühjahr gestorben“, erklärte er. „Letzten Monat habe ich ihr Haus ausgeräumt.“
Seine Stimme wurde sanfter.
„Ich habe einen Schuhkarton voller Sachen von Danny gefunden.“
Ich starrte ihn an.
„Darin befand sich der Zettel.“
Er deutete auf das Papier.
„Danny hatte alles aufgeschrieben. Deinen Namen. Deinen Geburtstag. Das Versprechen von den sechzig Sonnenblumen.“
Mir kamen sofort die Tränen.
„Er war fünfzehn.“
"Ich weiß."
Dannys Bruder lächelte traurig.
„Aber er meinte es ernst. So war Danny.“
